
Im World Wide Web kann sich jeder anonym tummeln. Vor allem der jungen Generation bietet das Internet als Medium einer veränderten Kommunikation aber auch zunehmend soziale Aktivitäten und Projekte an. Unter dem Begriff "Web 2.0" ist eine Plattform entstanden, auf der User Communities bilden, gemeinnützige Netzwerke knüpfen und bürgerschaftliches Engagement stärken.
Chatrooms und Blogs sind steril, soziale Netzwerker begegnen sich deshalb auch ganz real, um sich kennenzulernen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu suchen. Die Bereitschaft und Notwendigkeit zu Kooperation und gegenseitiger Unterstützung im Internet wächst.
Vorbild ist das Berliner Socialcamp, eine Initiative, in der sich sogenannte NonProfits, Techies und Webaktivisten, SocialEntrepreneurs und NGO's treffen, denen es nicht um den schnellen Profit geht.
Ziel solcher Socialcamps ist die Vernetzung von Online-ExpertInnen und VertreterInnen gemeinnütziger Organisationen. Einerseits soll Wissen gebündelt und untereinander ausgetauscht werden, andererseits sollen Projekte entwickelt und gefördert werden, mit deren Hilfe man "die Welt ein bisschen besser machen kann". (Socialcamp Berlin, 2009)
Kleine Tochter dieses Camps ist die SOCIALBAR, die sich bereits in vielen Städten der Bundesrepublik organisiert und 2009 auch in Bremen im Alten Fundamt vorgestellt hat.
Grundlage ist die gemeinsame Philosophie: Über die Vernetzung gemeinnütziger NonProfit-Projekte im Social Web zu einer offeneren Gesellschaft kommen.
Die SOCIALBAR ist eine Art Stammtisch, bei dem sich in lockerer Atmosphäre Internetexperten mit Vertretern gemeinnütziger, sozialer und kultureller Initiativen treffen, um zu plaudern, sich auszutauschen und zu informieren.
Diskussionsthemen sind Bloggen und Blogpatenschaften, Wikis und Twitter, die "größte Gerüchteküche der Welt", wie sie ein SOCIALBAR-Veranstalter fröhlich umschreibt, "an der sich weltweit jeder beteiligen kann. Klar, dass man erst mal herausfinden muss, wer seriös ist. Aber davon abgesehen, ist beispielsweise die Information vom ersten Werder-Bremen-Tor schneller verbreitet als in jedem konventionellen Medium."
Dass Twittern auch bei politischen Entscheidungen eine enorme Rolle spielt, haben die Präsidentenwahl in den USA und die Bundestagswahlen der BRD gezeigt.
Twitter ist inzwischen ein so populäres Medium, dass selbst offizielle Institutionen und Medien twittern, um ihre Informationen möglichst breit zu streuen. Aber wie funktionieren Twitter, YouTube oder Facebook und was ist barrierefreies Webdesign? Das wissen zwar jüngere Menschen. Ältere, die ehrenamtlich in gemeinnützigen Organisationen arbeiten, stehen oft hilflos davor.
Deshalb will die SOCIALBAR "online vernetzen und offline bewegen", meint: Experten erklären Trends und Möglichkeiten des Web 2.0. Wissen wird im Internet gebündelt, um es möglichst vielen Menschen leicht und unkonventionell zugänglich zu machen.
Die SOCIALBAR will ein Ort gegenseitiger Hilfe und Kooperation sein, Menschen in Kontakt bringen, soziale Projekte unterstützen und ihre Vernetzung zum gemeinsamen Nutzen vorantreiben.
(Christiane Schwalbe)