

Haug Sachbuch
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Ayurveda wird im Sinne des Wortes teuer verkauft
- als eine besonders entspannende Wellness-Methode, bei der mit Kräutern und Gewürzen angereicherte Öle eingesetzt und die Selbstheilungskräfte des Körpers gestärkt werden; aber auch
- als meditative Lehre, in der es um das Leben im Einklang mit der Natur geht und
- als spirituelles Wissen von der Harmonie von Körper, Geist und Seele.
Nur esoterische Spinnerei? Sicher nicht angesichts der Erfolge, die die ayurvedische Medizin bei chronischen Krankheiten vor allem dann bewirkt hat, wenn die Schulmedizin nicht weiter half.
Ayurveda gilt in Indien als "Mutter der Heilkunst" und bedeutet übersetzt "Wissen vom langen Leben". Ayurveda hat seinen Ursprung in Südindien und ist mindestens 3000 Jahre alt, vermutlich älter. Genau weiß man es nicht, denn früher wurden medizinische Kenntnisse und Erfahrungen nur mündlich weiter gegeben.
Erst etwa 300 vor Christus begann ein indischer Militärarzt mit Namen Sushruta, das alte Heilwissen auf Palmblätter zu ritzen, in Sanskrit, der alten indischen Hochsprache.
Die Lehre vom Ayurveda beginnt mit der Wertschätzung des eigenen Körpers als Tempel, in dem die Seele wohnt. Diesen Tempel gilt es zu pflegen und zu schützen, damit er gesund bleibt.
m Mittelpunkt der Diagnose und Heilung steht immer der ganze Mensch - sein Körper, sein Geist und seine Seele. Ayurvedisches Heilwissen begreift den menschlichen Organismus als eine Einheit.
Entsprechend umfangreich ist die Anamnese durch einen ayurvedischen Arzt, der Patienten nach den drei Doshas einordnet, menschlichen Typen mit besonderen Eigenschaften.
Kräuter und Gewürze spielen im ganzheitlichen Gesundheitsverständnis des Ayurveda eine zentrale und vorbeugende Rolle. Wer "richtig" isst, erhält seine Gesundheit.
Ayurvedische Ärzte, die fünf Jahre lang in ayurvedischer Medizin ausgebildet werden und vorher meist noch Schulmedizin studiert haben, bedienen sich der Kräuter und Gewürze aus der Natur, benutzen alle Teile einer Pflanze und niemals künstlich hergestellte Substanzen. Pflanzenheilkunde wäre allerdings zu kurz gegriffen, um Ayurveda umfassend zu beschreiben. Hinzu kommen Ölbehandlungen, Massagen, Yoga und Meditation.
Gesund werden durch Wohlfühlen ist ein Grundprinzip des Ayurveda – und das beginnt mit der täglichen Ernährung. Speisen sind Grundlage für Gesundheit, Lebensenergie und Abwehrkräfte.
Klingt logisch und ist es auch. Wer sich ausschließlich von Fast Food ernährt, der bleibt auf Dauer nicht gesund. Essen hält sprichwörtlich Leib und Seele zusammen, deshalb soll es täglich frisch zubereitet und möglichst nicht aufgewärmt werden, es soll gut duften und gut schmecken.