

Bassermann Verlag
144 Seiten
10 Euro
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Im Ayurveda ist jeder Mensch ein kleiner Kosmos, 'zusammengesetzt' aus den fünf Elementen der Natur: Äther, Luft, Erde, Wasser und Feuer. Sie finden sich in den Doshas, den Lebensenergien, wieder. Gewinnt eines der Elemente/Energien die Oberhand, muss es durch andere wieder ausgeglichen werden.
Die drei Doshas zeichnen sich durch bestimmte körperliche und mentale Eigenschaften aus. Das ist zu vergleichen mit unserer Lehre von den Konstitutionstypen. Im Ayurveda allerdings sind die Doshas sehr viel komplexer, bestimmen als energetische Kräfte unser körperliches und seelische Wohlbefinden und sind die Grundlage für Gesundheit.
Diese Lebensenergien heißen Vata, Pitta und Kapha und werden den Naturelementen zuordnen.
Vata-Typen (Äther, Luft, Bewegung) haben einen leichten und zarten Körperbau, sind dünnhäutig, kühl, sprunghaft, nervös und hektisch, kreativ und fantasiebegabt. Sie werden schnell müde und frieren leicht. Sie brauchen Regelmäßigkeit und Wärme in jeder Beziehung.
Pitta-Typen (Feuer, Wasser, Stoffwechsel) sind kräftig gebaute Menschen, die ständig "unter Strom" stehen, sich schnell überfordern, angespannt, hitzig und ehrgeizig sind. Sie leben eher exzessiv und brauchen regelmäßige Entspannung.
Kapha-Typen (Erde, Struktur) sind in sich ruhende bis träge Menschen, neigen zu Schwere und Übergewicht und verhalten sich eher beobachtend und passiv. Sie brauchen körperliche Bewegung und mentale Aktivität.
Ein ayurvedischer Arzt fühlt den Puls und inspiziert die Zunge. Das sind seine ersten wesentlichen Kriterien für die Bestimmung von Krankheiten und die Zuordnung zu einem Dosha. Üblicherweise ist jeder Mensch ein "Mischtyp", bei dem zwei Doshas zusammenkommen. Sind alle drei Doshas im Gleichgewicht, ist der Mensch gesund und im Einklang mit sich selbst.
Innere Harmonie und Gesundheit beginnt beim 'richtigen', d.h. typgerechten Essen. Ein altes ayurvedisches Prinzip heißt: "Lasst eure Nahrung eure Medizin sein".
Besonders Gewürze haben eine hohe medizinische Heilkraft, also spielen sie in der ayurvedischen Küche eine besondere Rolle. Sie werden, wie alle Lebensmittel, den Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig, bitter, scharf oder herb zugeordnet. Diese Geschmacksrichtungen verringern oder steigern die jeweiligen Doshas. Ernährung ist ein erster Weg zu ihrer Harmonisierung.
Nicky Sitaram Sabnis "Kochen und genießen nach Ayurveda"