Filmkritik


"Alter und Schönheit"

REGIE:
Michael Klier


Deutschland 2008

DARSTELLER:
Armin Rohde
Henry Hübchen
Burkhard Klaußner
Peter Lohmeyer
Sibylle Canonica

Foto zum Kinofilm Alter und Schönheit, Filmtipps Bremen ALTER UND SCHÖNHEIT


"Alter und Schönheit"

Wer todkrank im Hospiz liegt und nur noch darauf wartet zu sterben, der braucht Zuwendung von seiner Familie, wenn es denn eine gibt. Manchmal müssen Freunde aus den guten und gesunden Jahren die Familie ersetzen.

Ruhm und Reichtum

Manni ist sterbenskrank, hat nur noch wenige Tage zu leben. Bernie, Justus und Harry sind seine Kumpel aus alten Zeiten, längst Mitte bis Ende 50. Seinetwegen treffen sie sich wieder, um ihn zu besuchen. Manni hat es von allen am weitesten gebracht hat und ist zu Ruhm und Reichtum gekommen. Nun muss er als erster sterben.

Letzte Tage

Alle sind betroffen, hilflos, ungeschickt im Umgang mit dem Freund, der sich sogar einen Ferrari leisten konnte, dafür aber auf vieles verzichtet hat. Sein letzter Wunsch: Er möchte seine einstige Geliebte treffen, Rosi, die Königin der Clique. Die Freunde suchen nach ihr, finden sie, bringen sie zu Manni, der sie um Verzeihung bitten will. Gemeinsam erleben die vier seine letzten beiden Tage.

Männer im besten Alter

Ein ruhiger, nachdenklicher Film ohne spektakuläre Geschichte, in der sich alles um den Umgang mit dem nahen Tod dreht. Regisseur Klier zeigt, wie schwer damit zurecht zu kommen ist, wie unbeholfen "Männer im besten Alter" reagieren. Zusammen mit Rosi erleben sie ein letztes Mal das Gefühl aus alten Zeiten, benehmen sich wie halbwüchsige Jungs, die alles noch vor sich haben.

Bilanz angesichts des Todes

Dabei liegt schon mehr als das halbe Leben hinter ihnen. Angesichts des sterbenskranken Freundes müssen sie selbst Bilanz ziehen. Die sieht nicht gerade rosig aus, wirkliches Glück gab es bei keinem von ihnen. Nur ein ziemlich durchschnittliches Leben. Das für ein paar Stunden noch mal richtig losgeht: mit Joints und alten Filmen, in Mannis Bungalow mit Pool und natürlich im Ferrari.

Leicht erzählt

Michael Kliers Film ist eine melancholische Mischung aus Tragik und Komik, der großartig gespielt ist und ganz undramatisch und leicht von guten Zeiten und verpassten Chancen erzählt, vom Älterwerden und von dicker Freundschaft, von Hilflosigkeit und Trauer, von Krankheit und Tod. Am Ende steht für alle ein Neubeginn und Manni stirbt einen ruhigen und schönen Tod.

(Christiane Schwalbe)