

Literaturverlag Droschl 2008
238 Seiten
19,-- Euro
Buchtipp von
Gabi von Alemann
995
"Treffen sich zwei", das klingt wie der Auftakt zu einem Witz. "Kommt ein Mann in eine Kneipe", so könnte es auch heißen, denn mit einer Kneipenszene fängt dieser Roman an. Und dass der Punkt kommt, wo man sie sarkastisch als "Witz" beschreiben könnte, diese Liebesgeschichte, das wissen die beiden Frischverliebten anfangs natürlich noch nicht.
Da sind also Thomas, Mitte vierzig, von Beruf IT-Systemberater, der bisher kein sonderliches Glück bei den Frauen hatte, und Senta, die in einer Kunstgalerie jobbt und die biologische Uhr ticken hört, und die sich auf den ersten Kneipen-Blick sicher ist: Der da, der ist es.
Dann geht die Sache los, und wie! Aber Thomas hat nicht mit Sentas neurotischen Anwandlungen gerechnet und sie nicht mit seinem "sachlichen Hirn". Treffen sich zwei, oder verfehlen sich zwei?
Wie die beiden Berliner Großstadtsingles sich tapfer durch ihr Kennenlernen kämpfen, das erzählt Iris Hanika mit funkelndem Witz und großartiger Beobachtungsgabe. Dabei geht sie herrlich spielerisch mit der Sprache um, textet munter Pop, Philosophie und IT-Latein in ihre Geschichte hinein, und dies liest sich dabei so leicht und amüsant weg, dass es eine reine Freude ist.
(Gabi von Alemann)