

Österr. Agrarverlag
AV Buch
176 Seiten
39,90 Euro
Buchtipp von
Christiane Schwalbe
1359
Knapp 40 Kilometer von Bremen entfernt, in Verden, wo Wolfgang Pade mal als Tellerwäscher angefangen hat, bewirtet er seine Gäste im eigenen Restaurant. Pade hält seinen Michelin-Stern seit 15 (!) Jahren. Der Weg lohnt sich auch mittags, um im Bistro zu essen, da ist das Angebot etwas einfacher, kommt aber aus derselben Küche.
"Eine Prise Wahnsinn" heißt sein Kochbuch, in dem er Hobbyköche hinter die Kulissen blicken lässt. Pade meint das wörtlich, er schreibt nicht einfach Rezepte und ihre Zubereitung auf. Er liefert ein ziemlich realistisches Bild dessen, was sich bei Hochbetrieb hinter der Küchentür abspielt: "24 Tage in meiner Sterneküche im Dezember".
Zugegeben ist das ein besonders stressiger Monat. Aber Extreme machen auch Pades Kochkunst anschaulicher, in seiner Küche geht es eigentlich immer hoch her. Das ist in seinem Kochbuch höchst anschaulich fotografiert und erzählt. Eine Prise Wahnsinn gehört unbedingt dazu, will man mit immer neuen kulinarischen Höhenflügen überraschen.
Der verblüffte Hobbykoch erfährt zum Beispiel wie viele Zutaten und Kochvorgänge nötig sind, um einen guten Fonds zuzubereiten. Wie es zugeht, wenn 40 Fasane gerupft werden müssen. Macht Pade nämlich alles selbst. Warum 54 Grad eine magische Zahl ist und wie ein Risotto in einem ausgehöhlten Parmesan aussieht – für größere Gesellschaften, versteht sich. Und was passiert, wenn die Flamme unter'm Pastawasser unbemerkt verloschen ist? Dann wird es apokalyptisch in Pades Küche, aber nur kurzfristig.
Pade stellt sein Team vor, verrät wichtige Tricks, gibt Tipps und Empfehlungen, empfiehlt Gewürzmischungen, erklärt Zubereitungen und Zusammenstellungen. Mit einer nützlichen Einteilung: 'Vorbereiten', 'Vor dem Essen' und 'Bevor die Gäste kommen'.
Wer hautnah (und ganz in Ruhe) erleben will wie Pade kocht: Seine Kochkurse sind unbedingt empfehlenswert.
(Christiane Schwalbe)