

Edition Temmen
2. Auflage 2009
17,90 Euro
Buchtipp von
Christiane Schwalbe
946
"Bremen kocht" präsentiert, hübsch illustriert, traditionelle Rezepte und kleine kulinarische Geschichten, die die Herkunft bestimmter Speisen erklären. Auf unterhaltsame Weise erfährt man hier, warum Bier das Brot der armen Leute war, was Pluckte Finken sind, woher der Name Stubenküken kommt und dass sich in der Weser früher Lachse und Flusskrebse tummelten.
Dabei bezieht sich die Autorin auf bekannte Vorgängerinnen: auf Betty Gleim beispielsweise und deren "Bremisches Koch- und Wirthschaftsbuch enthaltend eine sehr deutliche Anweisung wie man Speisen und Backwerk für alle Stände gut zubereitet. Für junge Frauenzimmer, welche ihre Küche und Haushaltung selbst besorgen und ihre Geschäfte mit Nutzen betreiben." Bereits 1808 erschienen, gilt es als Klassiker der Bremischen Küche.
Reichtum und Armut, Tradition und Moderne lassen sich an typischen Rezepten ablesen, die in diesem Buch versammelt sind. Bremen war und ist aber auch eine Stadt, in der internationale Einflüsse seit Jahrhunderten Bedeutung haben. "Buten und binnen" lautet der Wahlspruch der Bremer Kaufleute, die überall in der Welt ihre Geschäfte machen.
Ein Zeugnis davon gibt das alljährliche, traditionelle Curry-Essen.
In den letzten Jahrzehnten ist Bremen auch Heimat für viele Migranten geworden, insbesondere aus der Türkei. Diesem kosmopolitischen Bremen ist ein kleines Kapitel gewidmet, das zwar den DDR-Broiler nicht verschmäht, ansonsten aber eher mager geraten ist.
(Christiane Schwalbe)